Findan Eisenhut l 16.01.2025
Fakt: Wärmepumpen können auch in Bestandsgebäuden eingesetzt werden – und das erfolgreich. Entscheidend ist jedoch der Zustand des Gebäudes. Gut gedämmte Häuser mit niedrigen Heizwassertemperaturen (z. B. durch Flächenheizungen) bieten ideale Voraussetzungen. Doch auch in weniger gut gedämmten Gebäuden können Wärmepumpen eine Lösung sein.
Tatsächlich zeigt eine Fraunhofer-Studie, dass Wärmepumpen in vielen Bestandssituationen zuverlässig arbeiten. Wichtig ist eine individuelle Planung, die die Gegebenheiten des Gebäudes berücksichtigt. Moderne Wärmepumpen sind zudem deutlich leistungsfähiger und flexibler als frühere Modelle. Selbst in älteren Gebäuden lassen sich Jahresarbeitszahlen (JAZ) von 3,0 und mehr erreichen. Die JAZ beschreibt, wie viele Einheiten Wärme eine Wärmepumpe im Verhältnis zu einer eingesetzten Einheit Strom erzeugt. Eine JAZ von 3,0 bedeutet, dass mit 1 Kilowattstunde Strom 3 Kilowattstunden Wärme bereitgestellt werden. Erst ab einer JAZ von 3,0 können Fördermittel beantragt werden, doch es ist ratsam, auf eine höhere JAZ zu achten, um langfristig Energiekosten zu sparen und die Effizienz zu maximieren.
Fakt: Die Effizienz einer Wärmepumpe hängt stark von der Vorlauftemperatur des Heizsystems ab. Je höher diese ist, desto mehr Strom benötigt die Wärmepumpe. Für viele Altbauten mit traditionellen Heizkörpern sind jedoch moderate Vorlauftemperaturen von bis zu 55 °C ausreichend, besonders nach Sanierungsmaßnahmen wie einer verbesserten Dämmung oder dem Einbau moderner Fenster.
Häufig können schon kleinere Maßnahmen die Effizienz einer zukünftigen Wärmepumpe deutlich verbessern. Dazu zählen das Dämmen der Kellerdecke oder der oberen Geschossdecke, das Isolieren freiliegender Heizrohre im Keller oder der Austausch einzelner Heizkörper. Solche Anpassungen reduzieren den Wärmebedarf und sorgen dafür, dass die Wärmepumpe effizienter arbeiten kann.
Fakt: Während Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen optimal für Wärmepumpen sind, weil sie mit niedrigen Temperaturen arbeiten, sind sie nicht zwingend erforderlich. Größere Heizkörper oder sogenannte Niedertemperatur-Heizkörper können ebenfalls ausreichen.
Ein häufiges Missverständnis ist, dass bestehende Heizkörper generell ungeeignet seien. In vielen Fällen reicht es, diese durch größere Modelle zu ersetzen, um die benötigte Wärme mit geringeren Vorlauftemperaturen bereitzustellen.
Fakt: Wärmepumpen benötigen Strom, um Wärme aus der Umgebungsluft, dem Erdreich oder Grundwasser zu gewinnen. Dennoch sind sie oft wirtschaftlicher als fossile Heizsysteme, besonders bei steigenden Gas- und Ölpreisen.
Die Kosten können weiter reduziert werden, wenn die Wärmepumpe mit selbst erzeugtem Solarstrom betrieben wird. Hierdurch sinken nicht nur die Betriebskosten, sondern auch der CO₂-Fußabdruck des Heizsystems.
Fakt: Wärmepumpen sind eine ernsthafte Alternative zu Öl- und Gasheizungen, gerade im Hinblick auf die Energiewende. Da fossile Brennstoffe immer stärker reguliert werden, gewinnen erneuerbare Technologien an Bedeutung.
Ob eine Wärmepumpe eine bestehende Heizung ersetzen kann, hängt von der Wärmedämmung, dem Heizsystem und den individuellen Bedürfnissen ab. In Kombination mit anderen Maßnahmen, wie einem zusätzlichen Pufferspeicher, kann eine Wärmepumpe eine fossile Heizung vollständig ersetzen.
Fakt: Moderne Wärmepumpen, insbesondere Invertergeräte, arbeiten sehr leise. Probleme mit Lärm treten vor allem dann auf, wenn die Geräte falsch aufgestellt oder installiert werden. Eine gute Planung, die auch den Schall berücksichtigt, verhindert jedoch Konflikte.
Besonders leise Modelle bieten einen sogenannten „Flüstermodus“, der den Betrieb in der Nacht nahezu unhörbar macht.
Die Diskussion um Wärmepumpen in älteren Gebäuden ist von Vorurteilen und Halbwissen geprägt. Richtig geplant und installiert, können Wärmepumpen auch im Bestand effizient, zuverlässig und klimafreundlich arbeiten.
Hausbesitzer sollten sich nicht von Mythen abschrecken lassen, sondern auf eine individuelle Beratung setzen. Denn eine Wärmepumpe könnte auch in Ihrem Altbau die Heizung der Zukunft sein. Comodomo vermittelt gerne Fachbetriebe, die individuell prüfen, ob Ihre Immobilie für eine Wärmepumpe geeignet ist.