Kann ich meine Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern benutzen?


Findan Eisenhut l 16.01.2025

Heizung

Viele Hausbesitzer, die auf eine umweltfreundliche Wärmepumpe umsteigen möchten, fragen sich: Kann ich meine bestehenden Heizkörper weiter nutzen, oder benötige ich eine Flächenheizung wie eine Fußbodenheizung? Die gute Nachricht: In den meisten Fällen können Wärmepumpen auch mit normalen Heizkörpern effizient arbeiten. Es gibt jedoch einige wichtige Punkte, die dabei beachtet werden müssen. Dieser Artikel erklärt, wie Sie Ihre Wärmepumpe mit bestehenden Heizkörpern optimal nutzen können, und gibt Tipps zur Verbesserung der Effizienz.

Heizung

Wie arbeiten Wärmepumpen?

Eine Wärmepumpe nutzt Umweltenergie aus der Luft, dem Boden oder dem Grundwasser, um Ihr Zuhause zu beheizen. Sie benötigt jedoch Strom, um diese Energie in nutzbare Wärme umzuwandeln. Die Effizienz einer Wärmepumpe wird durch ihre Vorlauftemperatur stark beeinflusst: Je niedriger die Temperatur, desto weniger Strom wird benötigt. Die Vorlauftemperatur bezeichnet die Temperatur, mit der das Heizungswasser vom Wärmeerzeuger in die Heizkörper oder Flächenheizung geleitet wird.

Typische Vorlauftemperaturen für Wärmepumpen liegen zwischen 30 und 55 Grad Celsius. Wärmepumpen arbeiten am effizientesten, wenn die Vorlauftemperatur niedrig gehalten wird – eine Herausforderung bei bestehenden Heizkörpersystemen, die oft auf höhere Temperaturen ausgelegt sind.



Eignen sich normale Heizkörper für Wärmepumpen?

Ja, normale Heizkörper können mit einer Wärmepumpe verwendet werden, vorausgesetzt, sie sind ausreichend dimensioniert, um bei niedrigeren Vorlauftemperaturen genug Wärme abzugeben.

Die Rolle der Vorlauftemperatur

Heizkörper, die für hohe Vorlauftemperaturen von 60 bis 70 Grad Celsius ausgelegt sind, müssen bei einer Wärmepumpe oft größer dimensioniert werden, um denselben Raum zu beheizen. Eine niedrigere Vorlauftemperatur bedeutet, dass der Heizkörper mehr Fläche benötigt, um die benötigte Wärmemenge zu übertragen.

Falls die bestehenden Heizkörper nicht ausreichen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Heizkörper austauschen: Wenn die bestehenden Heizkörper nicht effizient genug sind, können einzelne Heizkörper durch Modelle mit größerer Fläche oder durch spezielle Niedertemperatur-Heizkörper ersetzt werden. Niedertemperatur-Heizkörper sind so konzipiert, dass sie auch bei niedrigeren Vorlauftemperaturen ausreichend Wärme abgeben. Sie verfügen über integrierte Wärmetauscher oder Ventilatoren, die die Wärmeübertragung effizienter gestalten.
  • Zusätzliche Heizkörper anbringen: In größeren Räumen kann das Hinzufügen von Heizkörpern die Wärmeabgabe verbessern.



Die Bedeutung der Heizlastberechnung

Eine fachmännische Heizlastberechnung ist entscheidend. Dabei wird ermittelt, wie viel Wärme ein Raum benötigt, um eine angenehme Temperatur zu halten. Anhand dieser Berechnung können Sie prüfen, ob Ihre bestehenden Heizkörper ausreichend dimensioniert sind.

Tipps zur Optimierung bestehender Heizkörper

  • Hydraulischer Abgleich: Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass die Wärme gleichmäßig im Haus verteilt wird. Dadurch kann die Vorlauftemperatur gesenkt werden, was die Effizienz der Wärmepumpe steigert.
  • Dämmung verbessern: Eine gute Gebäudedämmung reduziert den Wärmeverlust und senkt den Heizbedarf. Dies entlastet die Wärmepumpe und macht die Nutzung vorhandener Heizkörper effizienter. Bereits kleinere Maßnahmen wie das Dämmen der Kellerdecke oder der oberen Geschossdecke können dabei helfen. Auch das Isolieren von frei liegenden Heizungsrohren im Keller verbessert die Effizienz.
  • Raumtemperatur anpassen: Schon das Senken der Raumtemperatur um 1 Grad kann den Energieverbrauch um bis zu 6 % reduzieren.



Wann ist ein Heizkörperwechsel notwendig?

Ein Heizkörperwechsel ist dann sinnvoll, wenn:

  • Die Heizkörper zu klein sind und die benötigte Heizleistung nicht liefern können.
  • Eine deutliche Reduzierung der Vorlauftemperatur angestrebt wird.

Für jeden Raum kann berechnet werden, welche Heizkörpergröße bei einer bestimmten Vorlauftemperatur notwendig ist. Dies ermöglicht eine gezielte Planung und spart langfristig Energie.


Die Vorteile von Flächenheizungen

Obwohl normale Heizkörper funktionieren, sind Flächenheizsysteme wie Fußboden- oder Wandheizungen oft die bessere Wahl für Wärmepumpen. Diese Systeme arbeiten mit einer noch niedrigeren Vorlauftemperatur von etwa 30 Grad Celsius und bieten folgende Vorteile:

  • Gleichmäßige Wärmeverteilung
  • Angenehmes Raumklima durch hohe Strahlungswärme
  • Geringerer Stromverbrauch der Wärmepumpe

Wenn eine Umstellung auf Flächenheizungen möglich ist, kann sich diese Investition langfristig lohnen. Besonders bei Neubauten oder umfassenden Sanierungen sollten Sie diese Option in Betracht ziehen.

 

Fazit: Wärmepumpen und Heizkörper – eine machbare Kombination

Die Kombination aus Wärmepumpe und normalen Heizkörpern ist in vielen Fällen möglich, erfordert aber eine gute Planung und eventuell Anpassungen an den Heizkörpern oder der Gebäudedämmung.

Lassen Sie Ihre Heizungsanlage von einem Fachbetrieb prüfen und optimieren. Mit der richtigen Abstimmung können Sie nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch langfristig Energiekosten sparen. Wir von Comodomo helfen Ihnen gerne dabei, einen passenden Fachbetrieb zu finden.

Share by: