Wie laut sind Wärmepumpen wirklich?


Findan Eisenhut l 17.01.2025

 

Die Beliebtheit von Wärmepumpen als umweltfreundliche Heiztechnologie nimmt stetig zu. Besonders in Neubaugebieten gehören sie inzwischen fast schon zum Standard. Doch neben den vielen Vorteilen dieser Technologie gibt es auch eine häufige Frage: Wie laut sind Wärmepumpen eigentlich, und was kann man tun, um mögliche Geräusche zu minimieren? In diesem Artikel beleuchten wir die wichtigsten Aspekte rund um die Lautstärke von Wärmepumpen.

 

Handwerker an einer Wärmepumpe

Geräuschquellen bei Wärmepumpen

 

Die Lautstärke von Wärmepumpen hängt maßgeblich von ihrer Bauart und ihrer Funktion ab. Vor allem Luftwärmepumpen können im Betrieb Geräusche verursachen, die durch Ventilatoren und Kompressoren entstehen. Diese Komponenten sorgen dafür, dass die Wärme aus der Umgebungsluft in das Heizsystem des Hauses transportiert wird. Bei Erdwärmepumpen und Grundwasserwärmepumpen ist die Geräuschentwicklung hingegen deutlich geringer, da sie auf Ventilatoren verzichten.

 

Die Lautstärke beträgt nach Herstellerangaben zwischen 40 und 60 Dezibel, abhängig von der Bauweise und dem Betriebsmodus der Wärmepumpe. Zur Orientierung: 40 Dezibel entsprechen dem Brummen eines Kühlschranks und werden als leise empfunden. 60 Dezibel hingegen sind vergleichbar mit dem Geräusch eines stärkeren Regens und können in ruhigen Umgebungen als störend wahrgenommen werden. Viele moderne Geräte arbeiten jedoch sehr leise und bieten einen sogenannten Flüstermodus mit einer Schallleistung von unter 30 Dezibel. Zum Vergleich: 30 Dezibel entspricht dem Ticken einer Armbanduhr. Entscheidend ist der Abstand zur Geräuschquelle, da der Schalldruckpegel mit zunehmender Entfernung deutlich abnimmt.

 

Zulässige Grenzwerte

 

Die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) legt fest, welche Geräuschpegel Wärmepumpen in verschiedenen Wohngebieten nicht überschreiten dürfen. Diese Werte unterscheiden sich je nach Tageszeit und Umgebung:

Wohnort Grenzwert Tag (dB) Grenzwert Nacht (dB)
Reines Wohngebiet 50 35
Allgemeines Wohngebiet 55 40
Kern-, Dorf- und Mischgebiet 60 45
Industriegebiet 70 70

 

Wenn der Geräuschpegel einer Wärmepumpe über diesen Werten liegt, sind in der Regel Maßnahmen zur Lärmminderung erforderlich.

 

Einflussfaktoren auf die Lautstärke

 

1. Bauweise der Wärmepumpe

  • Monoblock-Wärmepumpen: Alle Bauteile befinden sich in einem Gehäuse, was sie kompakter macht, aber oft lauter bei der Außenaufstellung.
  • Split-Wärmepumpen: Bauteile sind auf Innen- und Außeneinheit verteilt, was die Lautstärke im Außenbereich reduzieren kann.


2. Aufstellbedingungen: 

Die Nähe zu Wänden oder Mauern kann durch Schallreflexionen die wahrgenommene Lautstärke erhöhen. Eine ungünstige Platzierung unter einem Vordach oder in einer Mauernische kann den Geräuschpegel ebenfalls verstärken.


3. Betriebsmodus: 

Im niedrigen Leistungsbereich arbeiten Wärmepumpen meist deutlich leiser als bei voller Leistung.

 

Tipps zur Reduzierung der Lautstärke

 

1. Den optimalen Aufstellort finden 

  • Abstand wahren: Stellen Sie die Wärmepumpe möglichst weit von Schlaf- und Wohnräumen sowie Nachbargrundstücken entfernt auf.
  • Schallrichtung beachten: Richten Sie die Abluftöffnungen weg von Wohngebäuden.
  • Echos vermeiden: Platzieren Sie die Wärmepumpe nicht zwischen Mauern oder unter Vordächern, da diese Schall reflektieren und verstärken können.


2. Schallschutzmaßnahmen ergreifen

  • Schallschutzhaube installieren: Diese reduziert die Geräuschemissionen und bietet zusätzlichen Schutz vor Witterungseinflüssen.
  • Hecken und Schutzwände: Immergrüne Pflanzen oder spezielle Schallschutzwände mindern den Lärm zwischen Gerät und Nachbargrundstück.
  • Entkopplung vom Baukörper: Verwenden Sie Schwingungsdämpfer, also spezielle Gummifüße, die den Körperschall effektiv vom Fundament entkoppeln. Dies reduziert Vibrationen, die sonst in angrenzende Räume übertragen werden könnten, und minimiert störende Geräusche erheblich.


3. Leisen Betrieb fördern

  • Nachtmodus aktivieren: Reduzieren Sie die Leistung der Wärmepumpe in der Nacht. Dies ist besonders sinnvoll, wenn Pufferspeicher oder Flächenheizsysteme wie Fußbodenheizungen vorhanden sind.
  • Regelmäßige Wartung: Ein gut gewartetes Gerät arbeitet effizienter und leiser. Reinigen Sie die Ventilatoren und überprüfen Sie, ob mechanische Bauteile korrekt eingestellt sind.
  • Geräte mit niedriger dB-Angabe: Achten Sie bei der Auswahl des Modells auf die angegebenen Schalldruckpegel und bevorzugen Sie Wärmepumpen mit Flüstermodus.

 

Fazit

 

Moderne Wärmepumpen sind im Betrieb oft leiser als viele vermuten. Besonders bei der Planung und Installation sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten und geeignete Schallschutzmaßnahmen ergriffen werden. So lassen sich nicht nur mögliche Konflikte vermeiden, sondern auch der Wohnkomfort für alle Beteiligten verbessern.

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