Lohnt sich ein Batteriespeicher für die Photovoltaikanlage?


Findan Eisenhut l 20.01.2025

Immer mehr Haushalte setzen auf erneuerbare Energien und installieren Photovoltaikanlagen, um ihren Strombedarf umweltfreundlich und kosteneffizient zu decken. Doch oft stellt sich die Frage: Lohnt sich die Investition in einen Batteriespeicher, um den erzeugten Solarstrom zu speichern und flexibler zu nutzen? In diesem Artikel betrachten wir die Funktionsweise, Vorteile und Kosten eines Batteriespeichers sowie die Kriterien, die bei der Entscheidung helfen.

Haus mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach

Wie funktioniert ein Batteriespeicher?

 

Ein Batteriespeicher speichert den überschüssigen Solarstrom, der tagsüber produziert wird, um ihn abends und nachts nutzbar zu machen. Die meisten modernen Batteriespeicher basieren auf Lithium-Ionen-Technologie, die sich durch einen hohen Wirkungsgrad, eine lange Lebensdauer und eine kompakte Bauweise auszeichnet.

 

Arten von Batteriespeichern:

 

  • DC-gekoppelte Speicher: Der Solarstrom wird direkt aus der Photovoltaikanlage in den Speicher geladen, bevor er in Wechselstrom umgewandelt wird. Diese Systeme sind besonders effizient.
  • AC-gekoppelte Speicher: Der Strom wird zunächst in Wechselstrom umgewandelt und über das Hausnetz in den Speicher geladen. Diese Speicher sind flexibel nachrüstbar.

 

Welche Vorteile bietet ein Batteriespeicher?

 

  1. Höherer Eigenverbrauch: Ohne Speicher kann ein Haushalt nur etwa 20–30 % des selbst erzeugten Solarstroms direkt nutzen. Mit einem Batteriespeicher lässt sich dieser Anteil auf bis zu 70 % steigern.
  2. Kostenersparnis: Solarstrom vom Dach kostet etwa 10–15 Cent pro Kilowattstunde, während Netzstrom rund 40 Cent kostet. Durch den gespeicherten Strom sinkt der Netzstrombezug erheblich.
  3. Erhöhte Unabhängigkeit: Mit einem Batteriespeicher wird der Haushalt weniger anfällig für steigende Strompreise und kann den Eigenverbrauch optimieren.
  4. Beitrag zur Energiewende: Ein Batteriespeicher entlastet das Stromnetz, indem er Verbrauchsspitzen reduziert und die Integration erneuerbarer Energien unterstützt.
  5. Notstromfähigkeit: Einige Batteriesysteme bieten eine Notstromfunktion, die bei Stromausfällen essenziell sein kann.

 

Was kostet ein Batteriespeicher?

 

Die Preise für Batteriespeicher liegen aktuell zwischen 400 und 800 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Kleinere Systeme sind dabei oft teurer pro Kilowattstunde als größere Speicher. Zusätzliche Kosten entstehen durch die Installation und gegebenenfalls notwendige Anpassungen am Zählerschrank.

 

Beispiele für Kosten und Wirtschaftlichkeit:

 

  • Ein Haushalt mit einem Stromverbrauch von 5.000 kWh und einer 5-kWp-PV-Anlage könnte mit einem Batteriespeicher etwa 1.200 kWh Solarstrom pro Jahr zusätzlich nutzen. Bei einem Netzstrompreis von 40 Cent wäre dies eine Ersparnis von 480 Euro pro Jahr. Je nach Anschaffungskosten amortisiert sich der Speicher nach 10 bis 15 Jahren.

 

Wie groß sollte ein Batteriespeicher sein?

 

Die optimale Größe eines Batteriespeichers hängt vom Stromverbrauch des Haushalts und der Leistung der Photovoltaikanlage ab. Ein sinnvoll dimensionierter Speicher sollte ausreichend Kapazität bieten, um den Strombedarf zwischen Abend und Morgen zu decken.

 

Als Faustregel gilt: Pro 1.000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch ist etwa 1 Kilowattstunde Speicherkapazität empfehlenswert. Für einen Haushalt mit einem Stromverbrauch von 5.000 kWh und einer 5-kWp-PV-Anlage ist also ein Speicher mit etwa 5 kWh Kapazität ideal.



Wirtschaftlichkeit: Wann lohnt sich ein Batteriespeicher?

 

  • Größe der PV-Anlage und des Speichers: Eine gute Dimensionierung ist entscheidend. Zu große Speicher verursachen unnötige Kosten, während zu kleine Systeme den Nutzen begrenzen.
  • Stromverbrauch: Haushalte mit hohem Stromverbrauch profitieren mehr von einem Speicher.
  • Strompreissteigerungen: Je schneller die Strompreise steigen, desto rentabler wird ein Batteriespeicher.
  • Einspeisevergütung: Da die Vergütung für eingespeisten Strom oft geringer ist als die Ersparnis durch Eigenverbrauch, kann ein Speicher sinnvoll sein.

 

Umweltauswirkungen und Nachhaltigkeit

 

Batteriespeicher tragen zur Energiewende bei, haben aber auch Umweltauswirkungen. Die Gewinnung von Lithium und Kobalt, die in den meisten Batterien verwendet werden, ist ressourcenintensiv. Fortschritte im Recycling und der Entwicklung umweltfreundlicherer Technologien können diese Auswirkungen jedoch reduzieren.

 

Fazit: Lohnt sich ein Batteriespeicher?

 

Ein Batteriespeicher lohnt sich für viele Haushalte, die ihre Photovoltaikanlage effizienter nutzen möchten, insbesondere bei steigendem Stromverbrauch oder hohen Netzstrompreisen. Neben der finanziellen Rentabilität bietet ein Speicher auch ideelle Vorteile wie Unabhängigkeit und einen Beitrag zur Energiewende.

 

Allerdings ist die Entscheidung für einen Speicher individuell und sollte gut durchdacht werden. Eine Beratung durch Fachleute und eine genaue Berechnung der Wirtschaftlichkeit sind empfehlenswert.

 

Haben Sie bereits eine Photovoltaikanlage oder denken Sie über die Anschaffung nach? Mit einem gut dimensionierten Batteriespeicher können Sie Ihre Energieeffizienz maximieren und einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung gehen.

 

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